Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung klären Sie im Voraus, wer im Bedarfsfall als Ihr rechtlicher Betreuer eingesetzt werden soll und welche Wünsche und Gewohnheiten Ihnen wichtig sind.

Betreuungsverfügung – was ist das?

Rechtliche Betreuung wird dann notwendig, wenn ein volljähriger Mensch wegen einer psychischen Erkrankung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten ganz oder teilweise selbstständig zu regeln. Jeder kann durch einen Unfall, eine Krankheit oder am Ende seines Lebens in eine derartige Situation geraten.

Mit der Betreuungsverfügung können Sie im Voraus selbst festlegen, wen das Gericht im Bedarfsfall als Ihren rechtlichen Betreuer bestellen soll. Damit haben Sie die Möglichkeit, eine Person aus Ihrem familiären oder privaten Umfeld auszuwählen, der Sie diese Aufgabe anvertrauen. Das Gericht ist an Ihre Wahl gebunden, solange sie zu Ihrem Wohl ist.

Das regelt die Betreuungsverfügung

Mit der Betreuungsverfügung können Sie folgende Angaben festlegen:

  • Eine Person, die zu Ihrem Betreuer bestellt werden soll, mit Namen, Anschrift, Geburtsdatum sowie Kontaktmöglichkeiten.
  • Eine weitere Person, falls die zuerst benannte Person nicht zum Betreuer bestellt werden kann.
  • Personen, die auf keinen Fall zum Betreuer bestellt werden sollen. Dabei können Sie allerdings keine allgemeinen Angaben wie „Fremde“ machen, sondern müssen explizit bestimmte Personen nennen.
  • Wünsche, die der Betreuer respektieren soll, wie zum Beispiel bestimmte Gewohnheiten, oder die Regelung, ob im Pflegefall eine Betreuung zu Hause oder im Pflegeheim gewünscht wird.

Wer braucht eine Betreuungsverfügung?

Jeder, der in gesunden Tagen selbstbestimmt festlegen möchte, wer im Bedarfsfall seine rechtlichen Angelegenheiten klären soll und wer nicht.  

Eine Betreuungsverfügung ist nicht erforderlich, wenn in einer Vorsorgevollmacht die persönlichen Angelegenheiten erfasst sind und von einem Bevollmächtigten ebenso gut verrichtet werden.

Was ist bei einer Betreuungsverfügung zu beachten?

Die Betreuungsverfügung sollte wegen der Beweisbarkeit schriftlich festgehalten und persönlich unterzeichnet sein. Ein entsprechendes Formular bekommen Sie unter anderem kostenlos beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Die Betreuungsverfügung können Sie auch mit einer Vorsorgevollmacht kombinieren. Sie greift dann, wenn die Vorsorgevollmacht nicht umgesetzt werden kann.

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