Kein Ort gewählt
Keine AOK gewählt

Gesundheitsfonds soll kein Missmanagement ausgleichen

Reformbedarf am Finanzausgleich

Die AOK Niedersachsen weist die neuerlichen Forderungen der Ersatzkassen nach einer überstürzten Reform des Finanzausgleichs innerhalb der Krankenversicherung zurück. Im Zuge der Veröffentlichung der Bilanzzahlen der einzelnen Kassen waren erneut Stimmen laut geworden, die den bundesweiten Verteilmechanismus in seiner jetzigen Form kritisieren.

„Tatsächlich konnten zuletzt alle Krankenkassen ihre Finanzergebnisse verbessern. Das Lager der Betriebskrankenkassen konnte seine Gewinne um knapp 40 Prozent steigern, die Ersatzkassen sind mit knapp 30 Prozent Gewinnsteigerung gleichzusetzen mit dem AOK System. Trotzdem wird von einzelnen Kassen, die finanziell mit dem Rücken an der Wand stehen, immer wieder auf den Finanzausgleich als vermeintliche Ursache gezeigt. Sie versuchen, damit ihr schlechtes Finanzergebnis zu rechtfertigen. Aber das wird dem Gesundheitsfonds nicht gerecht. Der bundesweite Ausgleich der Einnahmen erfolgt ausschließlich auf Versichertenebene, er dient nicht dazu, Missmanagement auf der Ausgabenseite auszugleichen“, betont der Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Peter.

Die AOK habe im Management ihre Hausaufgaben längst gemacht. „Die Ausgabenentwicklung der AOK Niedersachsen lag im vergangenen Jahr bei lediglich 0,3 Prozent. Der Schätzerkreis war von einer Ausgabenentwicklung in der GKV von 2,7 Prozent ausgegangen. Die Differenz von 2,4 Prozentpunkten macht bei uns 192 Millionen Euro aus“, ergänzt Dr. Peter.

Trotz aller unsachlichen Kritik am Finanzausgleich sieht auch der Vorstandsvorsitzende der größten Kasse in Niedersachsen Reformbedarf: „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Zielgenauigkeit des RSA noch weiter zu erhöhen. Die Zuweisungen auf der Versichertenebene sollen so gerecht wie möglich verteilt werden. Hier eignet sich das sogenannte Vollmodel, bei dem nicht länger nur 80 Krankheiten in den Finanzausgleich aufgenommen werden, sondern alle. Dazu die von uns ebenfalls geforderten einheitlichen Kodierrichtlinien, dann können sich alle Akteure im Gesundheitswesen endlich wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.“

Ebenfalls sei nicht nachvollziehbar, dass Ärzten wiederholt unterstellt wird, sie würden ihre Patienten kränker machen als sie sind – und sich bei der Diagnosestellung zu Manipulationen verleiten lassen. Dr. Peter stellt klar: „Das ist eine Diskreditierung eines ganzen Berufsstandes.“