Krankenkassenbeiträge für freiwillig Versicherte

Bei der AOK können Sie sich auch freiwillig krankenversichern. Lesen Sie hier, unter welchen Voraussetzungen das möglich ist und wie die Beiträge berechnet werden.

Welche Personengruppen können sich freiwillig versichern?

In Deutschland sind alle Bürger zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenkasse verpflichtet. Arbeitnehmer sind in den meisten Fällen über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert. Kinder, Ehe- oder eingetragene Lebenspartner ohne eigenes Einkommen sind beitragsfrei mitversichert. Die Pflichtversicherung endet zum Jahresende, wenn das Jahresarbeitsentgelt eines Arbeitnehmers eine gesetzlich festgelegte Höchstgrenze, die Jahresarbeitsentgeltgrenze, überschreitet. Im Jahr 2018 liegt die Grenze für das jährliche Arbeitsentgelt pflichtversicherter Personen bei 59.400 Euro. Das entspricht monatlich 4.950 Euro. Liegt das Einkommen darüber, kann der Arbeitnehmer individuell entscheiden, ob er sich bei der AOK freiwillig versichern lassen möchte. Die freiwillige Krankenversicherung steht darüber hinaus weiteren Personengruppen offen, die direkt vor Versicherungsbeginn bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren, wie zum Beispiel:

  • Selbstständigen,
  • Beamten,
  • Rentnern, die die Voraussetzungen für die Pflichtversicherung nicht erfüllen,
  • Studenten, die älter als 30 Jahre sind oder länger als 14 Fachsemester studieren,
  • Personen, die zuletzt Lohnersatzleistungen bezogen haben oder familienversichert waren und deren Pflicht- oder Familienversicherung endet. In diesem Fall kommt es verpflichtend zu einer freiwilligen Versicherung,
  • Arbeitnehmern, die erstmals eine Beschäftigung im Inland aufnehmen und über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen.

Wie hoch sind die Beiträge für freiwillig Versicherte?

Freiwillig versicherte Arbeitnehmer haben Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag einer Erkrankung. Daher gilt für sie der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent. Die Hälfte davon übernimmt der Arbeitgeber.

Freiwillig versicherte Selbstständige hingegen können eine Krankenversicherung mit oder ohne Anspruch auf Krankengeld wählen. Entscheiden Sie sich für die Krankenversicherung ohne Krankengeld, gilt für sie der ermäßigte Beitragssatz in Höhe von 14,0 Prozent. Mit Ausnahme der Rentner gilt der ermäßigte Beitragssatz für alle freiwilligen Mitglieder ohne Anspruch auf Krankengeld.

Sowohl der ermäßigte, als auch der allgemeine Beitragssatz, sind bundeseinheitlich gesetzlich festgelegt. Hinzu kommt ein kassenindividueller Beitragssatz, dieser beträgt bei der AOK Niedersachsen 0,8 Prozent.

Mindest- und Höchstgrenze für die Beitragsberechnung

Für die Berechnung der Beiträge wird das monatliche Einkommen zugrunde gelegt. Allerdings hat der Gesetzgeber dafür eine Mindestgrenze und eine Höchstgrenze festgelegt:

  • Mindestgrenze: Für die verschiedenen Personengruppen der freiwilligen Versicherung gibt es unterschiedliche Mindestgrenzen: Für Selbstständige liegt das Mindesteinkommen monatlich bei 2.283,75 Euro und für Existenzgründer, die den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit erhalten, oder einen Antrag auf Härtefall gestellt haben, bei 1.522,50 Euro. Für alle anderen freiwilligen Versicherten liegt die monatliche Mindesteinnahmegrenze bei 1.015 Euro. Wer weniger verdient, zahlt dennoch Beiträge auf Basis der monatlichen Mindesteinnahmegrenze.
  • Höchstgrenze: Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze liegt monatlich bei 4.425 Euro. Für freiwillig Versicherte, die ein monatliches Bruttoeinkommen erzielen, das darüber liegt, werden lediglich Beiträge für die Krankenversicherung bis zu diesem Betrag ermittelt. Einnahmen darüber hinaus sind nicht beitragspflichtig.

Beteiligung des Arbeitgebers

Als freiwillig versicherter Arbeitnehmer müssen Sie nicht den vollen Beitragssatz selbst tragen: Ihr Arbeitgeber beteiligt sich. Von 14,6 Prozent des allgemeinen Beitragssatzes tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte, also 7,3 Prozent. Den kassenindividuellen Zusatzbeitrag zahlen Sie selbst.

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