Krankenkassenbeiträge für Selbstständige

Beim Sprung in die Selbstständigkeit sind Sie auf günstige Krankenkassenbeiträge angewiesen, die Ihre Einkünfte insbesondere in der schwierigen Anfangsphase nicht zu stark schmälern. Die AOK unterstützt Sie als Selbstständigen oder Freiberufler mit flexiblen Beiträgen.

Freiwillig gesetzlich krankenversichert oder private Krankenversicherung?

Als Selbstständiger stehen Sie vor der Wahl: gesetzliche oder private Krankenversicherung? Vorteil der gesetzlichen Krankenkasse: Familienmitglieder können kostenfrei mitversichert werden. Außerdem können Sie sich auf stabile Beiträge verlassen, die an der Höhe Ihres Einkommens bemessen werden. Sinkt Ihr Einkommen, passen wir Ihre Beiträge entsprechend an.

Beitrag für hauptberuflich Selbständige

Grundsätzlich werden die Beiträge prozentual vom Arbeitseinkommen berechnet. Der Beitragssatz ist gesetzlich festgelegt und beträgt 14 Prozent (ermäßigter Beitragssatz). Wählen hauptberuflich Selbstständige eine freiwillige Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld gilt für sie der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent. Hinzu kommt in beiden Fällen der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz, bei der AOK Niedersachsen beträgt dieser 0,8 Prozent.

Beitragsbemessung

Seit dem 1. Januar 2018 werden die Beiträge anhand des letzten Einkommensteuerbescheids für die Zukunft geschätzt und zunächst vorläufig festgesetzt, wenn Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit oder Vermietung/Verpachtung vorliegen. Reichen Selbstständige später den endgültigen Einkommensteuerbescheid für das entsprechende Jahr ein, werden die Beiträge rückwirkend angepasst. Maßgeblich ist also der Einkommensteuerbescheid, der für das jeweilige Kalenderjahr erlassen wurde.

Beitragsbemessung der Krankenkassenbeiträge für Selbstständige
  • Beiträge für 2018 werden aufgrund Steuerbescheid neu berechnet und endgültig festgesetzt; Berechnungsgrundlage 4.000 Euro.
  • Die zu wenig gezahlten Beiträge sind nachzuentrichten.
  • Vorläufige Beitragsbemessungsgrundlage ab 1.8.2019: 4.000 Euro
  • Beitragsbemessungsgrundlage vom 1.1.2019 bis 31.7.2019 bleibt zunächst unverändert bei 3.500 Euro bis Steuerbescheid für 2019 vorliegt. 

Beitragspflichtige Einnahmen

Grundlage für die Beitragsberechnung der Krankenversicherung ist der monatliche Gewinn, den Selbstständige aus ihrer Tätigkeit erzielen, sowie weitere Einnahmen, die dem Lebensunterhalt dienen können, ohne Rücksicht auf die steuerliche Behandlung. Dazu zählen zum Beispiel Einkünfte aus Vermietungen und Verpachtungen sowie Kapitalerträge. Ebenso der Gründungszuschuss für Existenzgründer, nicht jedoch die 300-Euro-Pauschale für die soziale Sicherung. Vom Umsatz abziehen können Selbstständige hingegen Betriebsausgaben wie Kosten für Betriebsräume, Personalkosten oder Abschreibungen. Sozialversicherungsbeiträge zählen nicht dazu und wirken sich somit nicht beitragsmindernd aus.

Existenzgründer zahlen einen geringeren Beitrag

Für Existenzgründer erfolgt die Beitragsermittlung aufgrund Ihrer Schätzung. Die Mindesteinnahme für die Berechnung liegt jedoch bei 2.283,75 Euro im Monat. Für Existenzgründer, die einen Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit oder Einstiegsgeld erhalten, oder einen Antrag auf Härtefall gestellt haben, gilt eine geringere Mindesteinnahmegrenze von 1.522,50 Euro. Sobald der erste Einkommensteuerbescheid vorliegt, wird der tatsächliche Beitrag berechnet. Bei zu hoch oder zu niedrig geschätztem Einkommen kommt es zu einer Gutschrift oder Nachzahlung. 

Was passiert bei Gewinneinbruch?

Bei einem plötzlichen Gewinneinbruch von mehr als 25 Prozent zum letzten Einkommensteuerbescheid können Selbstständige den Beitrag zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung unter Vorbehalt reduzieren lassen. Das heißt, die AOK passt die Beiträge an die aktuellen Verdienstverhältnisse an. Legen Sie uns dafür bitte einen aktualisierten Vorauszahlungsbescheid Ihres Finanzamtes vor. Der Vorbehalt endet mit dem Steuerbescheid, der den Zeitraum des Gewinneinbruchs umfasst. Bei höheren oder geringeren Einnahmen kommt es zu einer Nachzahlung oder einer Gutschrift. 

Wann gibt es eine Beitragsermäßigung?

Eine Beitragsermäßigung ist auf Antrag möglich, wenn die Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit unter der Mindesteinnahmegrenze von 2.283,75 Euro liegen. Dabei wird auch das Einkommen der sogenannten Bedarfsgemeinschaft mit einbezogen – also des Ehegatten oder Partners aus einer eingetragenen Lebensgemeinschaft oder eheähnlichen Gemeinschaft. Eine Ermäßigung kommt infrage, wenn

  • die Hälfte der Einnahmen der Bedarfsgemeinschaft weniger als 2.283,75 Euro im Monat beträgt,
  • das eigene Privatvermögen oder das des Partners nicht höher als 12.180 Euro ist,
  • keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie aus steuerpflichtigen Kapitalvermögen erzielt werden.

Alle Einnahmen der Bedarfsgemeinschaft bilden die Grundlage zur Berechnung des Versichertenbeitrags, die Mindesteinnahmegrenze liegt bei 1.522,50 Euro. Als Nachweis sind die Steuerunterlagen beider Partner erforderlich. Die Voraussetzungen für die Beitragsermäßigung werden von der AOK jährlich neu geprüft.

Beiträge für Publizisten und Künstler

Selbstständige Publizisten und Künstler können sich über die Künstlersozialkasse (KSK) bei der AOK versichern lassen. Die Künstlersozialkasse übernimmt dann den Part des Arbeitgebers: Von 14,6 Prozent des allgemeinen Beitragssatzes tragen die Künstlersozialkasse und Sie jeweils die Hälfte, also 7,3 Prozent. Lediglich den kassenindividuellen Zusatzbeitrag zahlen selbstständige Publizisten und Künstler allein.

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